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Was ist kaltgepresstes Hundefutter?
Kaltgepresstes Hundefutter ist ein einzigartiges Verfahren, bei dem niedrige Temperaturen genutzt werden, um ein vollwertiges, ausgewogenes Futter zu erzeugen, das dem natürlichen, rohen Fütterungsprinzip so nahe wie möglich kommt.
Das reine Kaltpressen ist keine neue Erfindung. Es ist ein uraltes Verfahren, das es ermöglicht, die wohltuenden Eigenschaften der Zutaten zu extrahieren, ohne sie zu zerstören.
Der Begriff „kaltgepresst“ wird häufig missverstanden. Er bedeutet nicht, dass das Futter roh bleibt oder niemals einer Wärmebehandlung unterzogen wird. Er besagt, dass das Futter bei niedrigeren Temperaturen und in kürzerer Zeit zu Kroketten geformt wird als beim Heißextrusionsverfahren, das für herkömmliche Kroketten verwendet wird.

Worin unterscheidet sich gepresstes (kaltgepresstes) Futter von extrudiertem?
Extrudiertes Hundefutter
- Der Prozess erfordert hohe Temperaturen (120–150°C) und extremen Druck.
- Das Kochen bei hohen Temperaturen führt zur Zerstörung hitzeempfindlicher Nährstoffe wie bestimmter Vitamine, Mineralstoffe, Enzyme und Antioxidantien. Um ernährungsphysiellen Anforderungen zu genügen, werden viele der verlorenen Bestandteile nach der Extrusion künstlich wieder zugeführt.
- Die intensive Verarbeitung verändert die Struktur von Proteinen und Kohlenhydraten, was sich direkt auf die Verdaulichkeit des Futters auswirkt.
- Der Prozess erfordert bestimmte Zutaten während der Produktion. Extrudierte Kroketten benötigen häufig stärkehaltige Bindemittel wie Mais, Weizen oder Kartoffeln und können künstliche Konservierungsstoffe enthalten.
- Den Geschmack des Futters erreicht man durch Einsprühen von Fetten und Überziehen mit Aromen nach der Extrusion.
Kaltgepresstes Futter
- Die während der Produktion entstehende Wärme wird streng kontrolliert und überschreitet nicht 70°C.
- Das Garen der Zutaten bei niedriger Temperatur wirkt sich direkt auf den Erhalt natürlicher Nährstoffe aus. Vitamine, Mineralstoffe und Enzyme bleiben weitgehend unversehrt.
- Die niedrigere Produktionstemperatur bewahrt die natürliche Struktur der Proteine, wodurch das Futter sehr gut verdaulich ist.
- Das Pressverfahren nutzt natürliche Öle und Feuchtigkeit der Zutaten zur Bindung der Kroketten, was die Erstellung einer Rezeptur mit höherem Fleischanteil und geringerem Kohlenhydratanteil ermöglicht.
- Die Kroketten sind dichter als bei extrudiertem Futter, weicher und haben eine bröselige Konsistenz. Beim Zerbröseln setzen sie natürliche Aromen frei, sodass keine künstlichen Geschmacksverstärker erforderlich sind.
Wie sieht der Produktionsprozess von kaltgepresstem Futter aus?
Vor der Produktion ist es sehr wichtig, eine geeignete Rezeptur zu erstellen: den Zielwert für Protein, Fett, Ballaststoffe und Energie, abgestimmt auf das konkrete Profil des Hundes — zum Beispiel einen heranwachsenden Welpen.
Nach Festlegung der Zusammensetzung beschafft der Hersteller die Rohstoffe, die in Industriebatching-Mischern sorgfältig vermischt werden, wobei Proteine, Kohlenhydrate, Fette und Mikronährstoffe gemäß festgelegter Verfahren kombiniert werden, sodass die Mischung homogen ist.
Zum gewünschten Endergebnis gehören auch Pressen und Trocknen. Dies hat das Ziel, die Feuchtigkeit auf ein definiertes Niveau zu reduzieren, wobei der Wassergehalt entsprechend angepasst wird. Dasselbe gilt für das Zusammenspiel von Fetten und Press-Temperatur — zu hohe oder zu niedrige Werte können Textur, Stabilität und Haltbarkeit beeinflussen.
Diese Phase ist für Tierhalter im Endprodukt unsichtbar, die Effekte zeigen sich jedoch später in Form passender Kotkonsistenz und guter Futterergebnisse.
Marken, die Rezeptur und Mischen als Wissenschaft betrachten und Empfehlungen bei der Produktvorbereitung befolgen, erzielen exzellente Resultate und hohe Endproduktqualität.
Das Kaltpressen bei kontrollierter Temperatur ist ein entscheidender Moment in der Produktion. Anstatt den Teig durch intensive Hitze und Druck wie beim Extrudieren aufzublähen, wird die Mischung in eine Presse gegeben, die sie bei niedrigeren Temperaturen zu verschiedenen Formen komprimiert.
In diesem Stadium ist die Aufrechterhaltung der richtigen Temperatur am wichtigsten — eine Temperatur, bei der hitzeempfindliche Zutaten nicht degradiert werden. Druck und Zubereitungszeit müssen ebenfalls sehr genau kontrolliert werden, um Kroketten zu erhalten, die ihre Struktur in der Verpackung bewahren und zugleich leicht verdaulich sind.
An diesem Punkt grenzt sich Kaltpressen deutlich vom extrudierten Futter ab. Die dichtere Struktur und die Art, wie die Kroketten im Wasser oder in Magensäften zerfallen, tragen zur Verdaulichkeit bei, die viele Besitzer nach einem Futterwechsel bemerken. Das wirkt sich direkt auf die Kotqualität und den Komfort bei Hunden mit empfindlichem Verdauungstrakt aus.

FAQ
Ist kaltgepresstes Futter roh?
Nein. Kaltgepresstes Futter ist kein Rohfutter. Es wird verarbeitet, jedoch bei niedrigeren Temperaturen als extrudiertes Futter.
Worin unterscheidet sich kaltgepresstes Futter von extrudiertem?
Hauptsächlich in Temperatur und Herstellungsweise. Durch die niedrigere Temperatur können Nährstoffstrukturen und das natürliche Aroma besser erhalten bleiben.
Ist kaltgepresstes Futter leichter verdaulich?
In vielen Fällen ja. Seine Struktur und Zerfallsweise können eine bessere Verdaulichkeit fördern, was besonders bei Hunden mit empfindlichem Verdauungstrakt auffallen kann.
Für welche Hunde eignet sich kaltgepresstes Futter?
Es kann eine gute Wahl für erwachsene Hunde, Welpen und Hunde mit empfindlichem Magen-Darm-Trakt sein, sofern die Rezeptur an Alter, Bedürfnisse und Aktivitätsniveau angepasst ist.
Quellen
1. beynen ac. pet food label: ingredient list. creature companion 2014; june: 58–59. doi: 10.13140/rg.2.2.21298.61124
2. beynen ac. pet food label: analysis panel. creature companion 2014; may: 62–63. doi: 10.13140/rg.2.2.34720.38405
3. stroucken wpj, van der poel afb, kappert hj, beynen ac. extruding vs pelleting of a feed mixture lowers apparent nitrogen digestibility in dogs. j sci food agric 1996; 71: 520–522.
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Autor: dr inż. zootechniki Agnieszka Bartnikowska
Doktor nauk rolniczych w dyscyplinie zootechnika
Wydział Biologii i Hodowli Zwierząt, Katedra Genetyki, Hodowli i Etologii Zwierząt
Ich bin Doktorin der Agrarwissenschaften im Fach Zootechnik. Ich habe mein Studium an der Fakultät für Biologie und Tierzucht abgeschlossen, dort meine Promotion durchgeführt und meine Doktorarbeit an der Abteilung für Genetik, Zucht und Tierethologie verteidigt. Meine wissenschaftliche Tätigkeit konzentriert sich auf Genetik, Zucht und Ethologie von Hunden mit besonderem Fokus auf den Einfluss der Ernährung auf Gesundheit, Kondition und Wohlbefinden der Tiere.
Seit über 20 Jahren bin ich aktiv in der Rassehundekynologie tätig und Mitglied des Polnischen Kynologischen Verbandes. Ich führe eine kleine, häusliche Zucht reinrassiger Hunde – Chinesische Schopfhunde und Zwergpudel – basierend auf verantwortungsvoller Selektion, Gesundheitsvorsorge und bewusster Ernährung.
Meine berufliche und wissenschaftliche Laufbahn begann mit meinem adoptierten Chinesischen Schopfhund CHPL Sasquehanna MAGRABIA. Obwohl er nicht mehr bei mir ist, hat er meine langjährige Faszination für Kynologie entfacht.
In meiner Expertenarbeit verbinde ich akademisches Wissen mit langjähriger Zuchterfahrung. Ich bin überzeugt, dass moderne Hundeernährung auf wissenschaftlichen Fakten, artgerechten Bedürfnissen und individueller Betrachtung jedes Tieres basieren sollte. Mein Ziel ist die Aufklärung von Haltern und Züchtern hinsichtlich bewusster Futterwahl und dem Aufbau der Hundegesundheit von Grund auf – durch eine ausgewogene Ernährung.
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